Das Frauenbildungsprojekt Sophie

Richtlinien für die Arbeit der Koordinierungsgruppe
des gemeinschaftlichen Bildungsprojekts der kämpferischen Frauenbewegung
„Sophie – so viel wollen wir lernen“

Erarbeitet von der Koordinierungsgruppe, einstimmig verabschiedet beim bundesweiten Vorbereitungstreffen am 27.11.05

Sophie ist ein Gemeinschaftsprojekt der kämpferischen Frauenbewegung zur Ausbildung von Mädchen und Frauen für die Teilnahme an der organisierten Bewegung und soll sie insbesondere befähigen und ermutigen, Aufgaben in den unterschiedlichsten Organisationen und Bewegungen der kämpferischen Frauenbewegung wahrzunehmen. Sophie wendet sich bewusst auch an die breite Masse bisher nicht politisch oder gesellschaftlich aktiver Frauen und Mädchen.

Sophie wird eigenverantwortlich und gemeinschaftlich organisiert und von den beteiligten Organisationen zum gegenseitigen Nutzen vorangebracht.

Das Bildungsprojekt arbeitet auf der Grundlage demokratischer Überparteilichkeit und weltanschaulicher Offenheit unter Ausschluss von faschistischen und religiös-fundamentalistischen Kräften.

Bestehende Differenzen werden im gegenseitigen Respekt, bei voller Gleichberechtigung der Beteiligten mit einer solidarischen Streitkultur ausgetragen.

Sophie ist finanziell unabhängig und wird ausschließlich durch die Beiträge der Teilnehmerinnen und Spenden finanziert, weshalb auch eine Bezahlung der Referentinnen nicht möglich ist.

Es wird eine Koordinierungsgruppe gebildet, die auf den bundesweiten Vorbereitungstreffen durch Wahlen bestätigt wird. Sie hat die Aufgabe die Vorbereitung, Durchführung und Auswertung des Bildungsprojekts zu koordinieren und die Beschlüsse der Vorbereitungstreffen umzusetzen.

Die beteiligten Organisationen entsenden Mitarbeiterinnen in die Koordinierungsgruppe, es sollen dort aber auch bislang unorganisierte Einzelfrauen zur Mitarbeit gewonnen werden.

Zur Koordinierungsgruppe gehört ein Organisations- und Finanzteam und sie benennt zwei Kassenprüferinnen.

Sie ist gegenüber dem Vorbereitungstreffen und den beteiligten Organisationen rechenschaftspflichtig.


Kontaktadresse:
Dorothea Spahlinger, Erftstraße 33, 41564 Kaarst
Email: frieden-brot-und-rosen@web.de
Homepage: www.frieden-brot-und-rosen.de
Spendenkonto:
Dorothea Spahlinger, Stichwort : „Für Sophie“
Konto Nr. 2600012030 bei der VR Bank eG Bankleitzahl 30560548







Bewegung Frauen und Mädchen für Frieden, Brot und Rosen      18.Mai 2005
Koordinierungsgruppe
c/o Dorothea Spahlinger
Erfstraße 33
41564 Kaarst
Email: frauen-brot-und-rosen@web.de
An die Organisationen/Gruppen
der kämpferischen Frauenbewegung


Liebe Frauen und Mädchen,
beim bundesweiten Treffen unserer Bewegung am 9. April diskutierten wir auch die Situation in der kämpferischen Frauenbewegung. Wir waren uns einig, dass es die gegenwärtige gesellschaftliche Situation Frauen und Mädchen ausgesprochen schwer macht, gesellschaftlich aktiv zu werden. Die Massenarbeitslosigkeit mit der Vernichtung von immer mehr Vollzeitarbeitsstellen zugunsten von Teilzeit- und Minijobs, die mit Hartz IV betriebene Verarmung, gesundheitliche Belastungen unter dem Banner der Gesundheits“reform“ usw. treiben besonders Frauen in Zerreißproben. Wie ein tägliches „muss, muss“ sind sie getrieben, um sich und ihre Familien irgendwie über Wasser zu halten. Aber es zeigt sich auch ein ausgeprägter Drang, die Würde nicht aufzugeben und diesen Verhältnissen die Stirn zu bieten. In den aufflammenden betrieblichen und gewerkschaftlichen Kämpfen, in der Bewegung der Montagsdemonstrationen, in antifaschistischen Demonstrationen, in zahllosen Initiativen gegen Studiengebühren, Kindergartenschließungen, Diskriminierung von Migrantinnen usw. sind Frauen und Mädchen jeden Alters aktiv.

Wir haben aber auch festgestellt, dass sich die kämpferische Frauenbewegung mehr einfallen lassen muss, um auf die veränderten Bedingungen einzugehen und vielfältigere Möglichkeiten organisieren muss, Frauen und Mädchen für ein gesellschaftliches Engagement zu ermutigen und auszubilden.

Aus dieser Diskussion entstand die Idee einer „Frauenschule“. Wir möchten ein gemeinschaftliches Projekt der kämpferischen Frauenbewegung ins Leben rufen. Dazu möchten wir auch kommunalen Selbstorganisationen, den Jugendverband REBELL, gewerkschaftliche Frauengruppen usw. einladen.

Zunächst an einem Wochenende – später vielleicht auch mehr - sollen Kurse angeboten werden, die mit einem „Diplom“ abgeschlossen und auf die bei späteren Kursen aufgebaut werden kann. Gedacht ist an ein ganzes Spektrum:
  • Computerkurse – Schritt für Schritt ins Internet
  • Wie leite ich eine Gruppe – von der Einladung, zur Vorbereitung, zur Diskussionsführung ...
  • Kurse zur politischen Bildung, z.B.: Was erwartet uns mit der EU-Verfassung? Ist nur der Islam frauenfeindlich?
  • Mädchen und Frauen in der Zerreißprobe
  • Kurse zur Pädagogik und zur Kindererziehung
  • Dazu auch „Wellness“ oder Selbstverteidigung und vieles mehr...
Die Teilnehmerinnen können Einzelkurse buchen oder sich einen „Stundenplan“ für das ganze Wochenende zusammenstellen. Natürlich muss eine Kinderbetreuung und ein kulturvolles Ambiente (mit abendlichem Fest?) organisiert werden.

Unsere Vorstellung ist, dieses Projekt erstmals für die Region Nord/West in einer Gelsenkirchener Schule als Pilotprojekt durchzuführen – möglichst noch im Herbst diesen Jahres! Später soll es solche gemeinschaftlichen Bildungswochenenden der vernetzten Frauenbewegung dann regional an drei oder vier Orten gleichzeitig geben (Hamburg, Berlin, Stuttgart...). Vielleicht können sie auch verlängert werden über ein Wochenende hinaus... Möglich wäre auch, die Referentinnen im Anschluss zu örtlichen Veranstaltungen einzuladen…

Sicher habt ihr dazu selbst noch viele Ideen – und Vorschläge, welche Referentinnen aus dem ganzen Spektrum der Frauenbewegung dazu gewonnen werden könnten.

Weil „Frauenschule“ für viele etwas altertümlich klingt, haben wir uns auch einen etwas ansprechenderen Namen für das Frauenpowerprojekt überlegt:

„Sophie – so viel wollen wir lernen Projekt für Frauenbildung“ (Sophia ist nämlich die weibliche Weisheit!)


Auch hier wären natürlich Meinungen, Vorschläge gefragt.

Vor allem aber möchten wir wissen:
Was haltet ihr von unserer Idee?
Seht ihr Möglichkeiten, dieses Projekt als Verband/Organisation aktiv mit zu tragen?
Was könntet ihr beisteuern, wen sollten wir ansprechen?


Über rasche Rückmeldungen würden wir uns sehr freuen!

Mit herzlichen und kämpferischen Grüßen!

Für die Koordinierungsgruppe:
Dorothea Spahlinger, Gabriela Mühlen, Marlis Laaks, Gül Yilmaz, Anna Bartholomé




Aktualisiert: 11.12.2005